Gemeinde Schweitenkirchen - Ausstellung - Der Star – Vogel des Jahres 2018
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Ausstellung - Der Star – Vogel des Jahres 2018

Der Star – Vogel des Jahres 2018
Starenmännchen im Frühling (Foto: M. Schäf)

Mit der Ernennung des Staren zum Vogel des Jahres fiel plötzlich vielen Naturliebhabern auf, dass die Stare bei uns seltener geworden sind. Tatsächlich sind in den letzten 20 Jahren in Deutschland 2 Millionen Stare verschwunden. Bei genauerer Nachforschung wurde deutlich, dass dieser Schwund im Wesentlichen in den Jahren 2000 bis 2006 stattfand. Damit fällt das Verschwinden der Stare auffällig mit der Einführung der Insektenkiller Neonikotinoide in der Landwirtschaft zusammen. Diese Stoffe werden zur Zeit schrittweise verboten. Ob das unsere Stare zurückbringt, bleibt abzuwarten. Der Star ist ein Höhlenbrüter. Alte Bäume mit Bruthöhlen kommen in unserer Landschaft aber immer seltener vor. Mit dem Aufhängen von Starenkästen können wir diesen Mangel aber nur zum Teil ausgleichen. So hat es der frühere Allerweltsvogel zunehmend schwer.

Besonders bei uns in Bayern hat der Star einen schweren Stand. Er weicht im Herbst und Winter vor Schlechtwetterperioden aus. Dabei ist ihm eine Zugrichtung nach Südwesten angeboren. Folgt er diesem Zugtrieb, gelangt er bei schlechtem Wetter unweigerlich in die Alpen und damit sprichwörtlich vom Regen in die Traufe. Stare haben aus diesem Grund über Jahrhunderte Bayern komplett verlassen. In den letzten Jahren beobachten wir bei uns immer wieder kleine Starenschwärme. Wir deuten das als Ergebnis des Klimawandels.

Ein paar Besonderheiten in der Vogelwelt hält der Star für uns bereit. Er wechselt sein Aussehen durch die Jahreszeiten. Im Herbst nach der Mauser ist sein Gefieder mit vielen weißen Punkten bedeckt. Die weißen Federn haben nur eine geringe Festigkeit und stoßen sich bis zum Frühjahr ab. Dann schimmert sein Hochzeitsgefieder in der Sonne. Dabei ist es nur das abgestoßene Kleid vom letzten Jahr. Eine besondere Leistung vollbringt der Star, wenn er seine Lieblingsnahrung, die Larven der großen Wiesenschnaken, aus dem Rasen sammelt. Er sticht mit dem Schnabel in den Boden und öffnet dann mit seiner besonders ausgebildeten Muskulatur mit viel Kraft seinen Schnabel. Mit den Augen kann er dann die Beute in seinem offenen Schnabel entdecken. Ornithologen nennen dieses Verhalten Zirkeln.

Viel Wissen über unseren Star ist in den letzten Jahrhunderten verloren gegangen. Die alten Römer schätzten den Star. Sie aßen ihn gern und wussten ihm das Sprechen beizubringen. Plinius berichtet, dass die Söhne reicher Familien Staren Griechisch und Latein beibrachten. Auch im 18. Jahrhundert schätzte man bei uns den Star noch als Sprachgenie, der menschliche Sprache sehr gut nachahmen konnte. Mozart hielt über Jahre einen Star, der das Thema des dritten Satzes seines Klavierkonzerts No. 17 pfiff.

Auch Hildegard von Bingen schätzte den Star. Sie empfahl ihn zu rupfen und dann zu Pulver zu verarbeiten. Dieses wurde auf Geschwüre gestreut und heilte diese. Auch empfahl sie, einen frisch getöteten Star über das Essen zu halten. Sollte es vergiftet sein, würden sich beim toten Star die Federn spreizen.
Auch früher wurden Stare von den Menschen nicht immer rücksichtvoll behandelt.

Artikel von Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack

 

Abb.: Mozarts Gedicht, das er zur Beerdigung seines Staren vortrug. Seine Freunde waren zur Beerdigung geladen.

Grossansicht in neuem Fenster: Mozart Gedicht

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